EU bringt Reparierbarkeitsscore für Smartphones und Tablets auf den Weg – und geht dabei nicht weit genug

Berlin/Brüssel, 16.12.2022: Heute beraten technische Expert*innen der EU-Mitgliedsstaaten über den Vorschlag der EU-Kommission zum Ökolabelling von Smartphones und Tablets. Es wird erwartet, dass dabei unter anderem die Entscheidung für einen Reparierbarkeitsscore fallen wird, der Verbraucher*innen bei der Entscheidung für nachhaltige Produkte unterstützen soll. Dass die Expert*innen aller Voraussicht nach den Preis von Ersatzteilen nicht als Bewertungskriterium in den Score aufnehmen, wird seinen Nutzen jedoch drastisch reduzieren.

Wie steht es um das Recht auf Reparatur in Deutschland und der EU? Ein Zwischenstand

Vielversprechend klangen die Ankündigungen der Bundesregierung vor einem Jahr: Die Bürger*innen in Deutschland sollen ein Recht auf Reparatur bekommen und ihre Produkte länger nutzen können. Auch die EU versprach, 2022 einen Vorschlag für eine Initiative zum Recht auf Reparatur vorzulegen. Wie sieht es nun, Ende des Jahres 2022, aus? Was ist im vergangenen Jahr passiert?

Bundesweiter Reparaturbonus als Entlastungsmaßnahme

Die Bundesregierung versucht die Bürger*innen mit Entlastungspaketen zu unterstützen, hat bisher aber eine einfache, aber sinnvolle Maßnahme noch nicht in Angriff genommen: Die kurzfristige Subventionierung von Reparaturen. Ein Reparaturbonus würde es Bürger*innen erlauben, defekte Geräte günstig reparieren zu lassen.

Reparatur in der digitalen Gesellschaft – Forderungspapier

Das Forderungspapier "Reparatur in einer digitalen Gesellschaft" des Runden Tisch Reparatur beschreibt die Chancen und Risiken, die von der Digitalisierung für die Reparatur ausgehen und schlägt entsprechende politische Handlungsempfehlungen vor.

Neue EU-Regeln für Smartphones und Tablets: Noch weit entfernt von einem echten Recht auf Reparatur

Vergangene Woche haben sich die Europäische Kommission und Vertreter*innen der Mitgliedstaaten auf neue Ökodesign-Anforderungen für Smartphones und Tablets geeinigt. Die Einführung von Regeln für die Reparierbarkeit dieser Produkte ist zwar ein erster wichtiger Schritt, wir bedauern aber die verpasste Chance, Grundlagen für ein echtes Recht auf Reparatur einzuführen.

Offener Brief: Abfallvermeidung ins Zentrum europäischer Abfallpolitik

Ein Bündnis aus mehr 48 Organisationen und 10 Abgeordneten des EU-Parlaments hat sich in dieser Woche, initiiert von Zero Waste Europe, mit einem offenen Brief an die EU-Kommission gewandt. Es geht um die Überarbeitung der europäischen Abfallrahmenrichtlinie.

Stellungnahme zu Energy Label-Plänen der EU für Smartphones und Tablets

Die EU-Kommission plant die Einführung eines Reparaturindex für Smartphones und Tablets. Der Runde Tisch Reparatur begrüßt die Pläne grundsätzlich. Es ist allerdings ein großes Problem, dass der Preis von Ersatzteilen nicht ind ie Berechnung des Reparaturindex einfließen soll.

Stellungnahme zu Ökodesign-Plänen der EU für Smartphones und Tablets

Die EU-Kommission hat Reparaturanforderungen für Smartphones und Tablets vorgeschlagen. Der Runde Tisch Reparatur begrüßt die Vorschläge und geht auf Punkte ein, die im Sinne eien

Österreichische Studie liefert differenzierte Bewertung von Reparaturförderungs-Maßnahmen

Mit der Studie „Maßnahmen pro Reparatur" hat DIE UMWELTBERATUNG im Auftrag des Österreichischen Klimaschutzministeriums eine aufschlussreiche Bewertung der wichtigsten Maßnahmen vorgelegt, die zur Förderung der Reparatur gegenwärtig im Gespräch sind.

Neue Bundesregierung muss Recht auf Reparatur wirksam umsetzen: Der Teufel liegt im Detail

Der Runde Tisch Reparatur und 24 weitere Organisationen und Unternehmen begrüßen die im Koalitionsvertrag von der Bundesregierung angekündigte Umsetzung des Rechts auf Reparatur. Die bessere Reparierbarkeit von Produkten, Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturanleitungen und verpflichtende Update-Zeiträume sind wichtige Maßnahmen, um die Lebensdauer unserer Produkte zu verlängern und dadurch Ressourcen zu schonen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, Verbraucher*innen zu entlasten und das reparierende Handwerk zu fördern.

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