Auf der LOipe: Systemische Obsoleszenz

SUSAINUM, das Institut für zukunftsfähiges Wirtschaften präsentierte in Berlin am 08.06. seine Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt Langlebigkeit & Obsoleszenz in der Produktentstehung (LOiPE).  Die Abschlussveranstaltung mit dem Titel „Die Planung von Obsoleszenz“ ging der Frage nach, in welchem Rahmen Unternehmen, Konsumenten und Verbraucher die Lebens- und -nutzungsdauern ihrer Produkte bewusst planen und steuern.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ergebnisse der Befragung von an der Produktentwicklung beteiligten Personen. „Ein Großteil der Diskussion versucht, geplante Obsoleszenz mit dem Hinweis auf Schwachstellen am Produkt zu belegen, doch diese erklären nicht hinreichend ob nun etwas wirklich geplant ist oder nicht“, erklärt der Projektleiter Jörg Longmuß und führt fort: „unser Ansatz war es deshalb direkt bei den vermeintlichen Planern nachzufragen“. Die Ergebnisse der vertraulichen Befragung sind dabei eindeutig: „Wir konnten bei unseren Gesprächen in Deutschland keinen Hinweis auf eine mutwillig herbeigeführte Obsoleszenz finden“, sagt Longmuß und ergänzt: „Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Beschränkung von Nutzungsdauern durch Obsoleszenz ihre Ursache nicht in einer mutwilligen Schwächung von Einzelteilen hat, sondern in den Bedingungen, unter denen entwickelt und
produziert wird. Durch veränderte Arbeitsbedingungen, Kosten- und Zeitdruck sowie Abhängigkeiten in der Lieferkette sind Ingenieure und Entwickler nicht immer in der Lage, die Qualität umsetzen, die sie sich selber wünschen. Wir nennen das dann systemische Obsoleszenz.“

Hier geht es zur Pressemitteilung von Sustainum: 20180619_Langlebigkeit-und-Obsoleszenz-Pressemitteilung

Christine Ax

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